Willkommen auf den Webseiten der
Berufsbildenden Schulen des Landkreises Oldenburg


80 Schülerinnen und Schüler können es kaum glauben, dass jemand freiwillig so eine lange Strecke zu Fuß geht. Und doch hören sie bei einem Vortrag in der Aula der BBS gespannt zu. Pfarrerin Eike Fröhlich aus Varrel- Stuhr berichtet von ihrem Weg von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela und warum es sich für sie gelohnt hat.  

Foto: Christina Schäfer

35 Tage lange macht sich Eike Fröhlich jeden Morgen auf den Weg. 20-30 Kilometer ‚schafft‘ sie in der Regel täglich. Dabei folgt sie den Schildern des Jakobswegs, einer knallgelben Muschel auf blauem Untergrund. Der Weg unterteilt sich in drei Teile: Der Weg der Schmerzen, der Weg des Leidens und der Weg des Herzens. Die Familie von Frau Fröhlich unterstützt den Wunsch der Mutter, fast sechs Wochen allein unterwegs zu sein. Auch der Arbeitgeber, in diesem Fall die oldenburgische Kirche und die Kirchengemeinde, ist einverstanden. Und dennoch, die ersten Tage fällt der Weg sehr, sehr schwer, denn es geht durchs Gebirge. Für eine Norddeutsche eine sehr ungewohnte Übung. Und so schmerzen die Füße, die Beine, der Rücken, einfach alles. Aber nach einigen Tagen werden die Schmerzen deutlich weniger. Mit dem Pilgerpass, der immer mehr Stempel ansammelt, darf man in Pilgerherbergen sehr günstig übernachten. Das Essen schmeckt ausgezeichnet, nachdem man den ganzen Tag zu Fuß an der frischen Luft gegangen ist. Ein Bett findet sich auch, aber wenn 56 Menschen in einem Raum schlafen, geht das nicht ohne entsprechende Geräusche…. Und dann sind da abends und tagsüber viele Mitpilgerinnen und -pilger. Vom Alter her, Eike Fröhlich ist Anfang 50, ist sie die Ausnahme. Die meisten Menschen waren entweder um die zwanzig oder über 65. Die Schülerinnen und Schüler aus dem Beruflichen Gymnasium waren erstaunt. „Das wäre natürlich was, nach dem Abi sechs Wochen auf Pilgertour gehen. Aber ob ich das schaffe?“, so ein Kommentar. Eike Fröhlich macht Mut dazu: „Gerade in Zeiten des Übergangs ist das wirklich klasse! Du bist ungestört, du hast ganz viel Zeit über dein bisheriges Leben nachzudenken. Und du kannst dir überlegen, was dir wichtig ist für deine Zukunft. Außer Gehen musst du einfach nichts machen.“ Und so können Pilger an einer Stelle des Weges echte Steine ablegen, und zugleich das ablegen, was ihre Seele beschwert und was sie loslassen wollen.
Auch von besonderen Erfahrungen konnte Eike Fröhlich berichten. Nach einigen Tagen auf dem Weg durchströmte sie eine ganz, ganz tiefe Dankbarkeit für ihr eigenes Leben, für ihre Familie und ihre Arbeit. Vor Glück hat sie geweint. Und sie ist zugleich dankbar, dass sie jemanden danken kann. In ihrem Fall konnte sie Gott danken. „Am Ende des Weges…. werden die Engel bei dir sitzen.“, so hat man es Eike Fröhlich versprochen, so hat sie es am Ziel des Weges in der Kathedrale von Santiago de Compostela empfunden. Aber diese Zuversicht trägt sie auch, seitdem sie wieder Zuhause ist.  

Wer ist online

Aktuell sind 28 Gäste und keine Mitglieder online