Projektfahrt nach Polen - Wege zur Erinnerung
Am 27.09.2015 ging es für uns (zehn Schüler und Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums der BBS Wildeshausen) unter Begleitung von Herrn Kassens zu einem Projekttreffen ins polnische Danzig. Dort haben wir uns mit SchülerInnen unserer Partnerschule, dem Lyzeum (Gymnasium) in Nowe Miastro Lubawskie, getroffen. Organisiert und gefördert wurde das Treffen vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk sowie der Bethe-Stiftung.


Ziel des Projektes „Wege zur Erinnerung“ war es, die heutige deutsche und polnische Erinnerungskultur in Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus besser kennenzulernen und zu verstehen. Des Weiteren sollte am Ende ein selbst designter Jutebeutel, sowie ein Film entstehen, der die gesamte Woche widerspiegelt. Aus diesem Grund wurden wir während der gesamten Woche von zwei polnischen Schülern mit der Videokamera begleitet. Den entstandenen Film können Sie hier sehen.

An dem Tag der Anreise ging es für uns erst einmal langsam los mit Kennenlernspielen und einer kleinen Einführung in das Thema. Dabei lernten wir jedoch nicht nur einander kennen, sondern auch erste Sätze der jeweils anderen Sprache. Auch das Design für den Beutel nahm in Form einer Skizze bereits Gestalt an.

Wie jeden Morgen gab es am nächsten Tag nach dem gemeinsamen Frühstück zuerst ein Warm-up in Form von Spielen, bevor es dann mit dem eigentlichen Tagesprogramm losging. Danach waren wir an diesem Tag auf uns allein gestellt. Mit Hilfe einer Stadtkarte sollten wir in gemischten deutsch-polnischen Gruppen eine Stadtrallye absolvieren, in der wir verschiedene Orte aufsuchen mussten, die etwas mit der Stadt im Allgemeinen und dem Zweiten Weltkrieg zu tun haben. Besonders interessant wurde das Ganze dadurch, dass wir an den verschiedenen Orten auch Aufgaben erledigen mussten, wie beispielsweise Passanten nach ihrer Meinung zu fragen. Dadurch kamen wir direkt mit den Einheimischen ins Gespräch und lernten die verschiedenen Sichtweisen der Menschen und die Geschichten, die hinter den Sehenswürdigkeiten stehen, besser kennen. Nach dem gemeinsamen Mittagsessen stand dann ein Filmworkshop auf dem Plan. Wieder in gemischten Gruppen haben wir den Film „Am Ende kommen Touristen“ von Robert Thalheim aus dem Jahre 2007 angeschaut, in dem es im Groben um polnische und deutsche Perspektiven des Holocaust geht. Anschließend wurde dieser bearbeitet und besprochen.

Am dritten Tag fand nach dem Frühstück und dem Warm-up ein Workshop mit Referenten des Museums des Zweiten Weltkriegs statt, welches nächstes Jahr eröffnet wird. Wir haben uns die Baustelle angeschaut und vieles über die Bedeutung dieses Baus für die Polen gelernt. Es war sehr beeindruckend zu sehen, welche große Rolle diese schreckliche Zeit der deutsch-polnischen Vergangenheit auch heute noch im Leben vieler Polen spielt. Am Nachmittag ging es dann für uns zur Westerplatte, wo durch den Beschuss des dortigen polnischen Munitionslagers durch deutsche Kriegsschiffe am 01.09.1939 der Zweite Weltkrieg begann. Dort haben wir wieder in gemischten Gruppen eine Rallye absolviert und das weiträumige Gelände erkundet. Beeindruckt waren wir von den noch erhaltenen zerstörten Gebäuden und dem riesigen Mahnmal, das eindrucksvoll die von den Sowjets beeinflusste kommunistische Erinnerungskultur widerspiegelt.

Am vierten und fünften Tag haben wir das ehemalige Konzentrationslager Stutthof besucht und am ersten der beiden Tage in einer zweistündigen Führung das Gelände und die damaligen Lebensbedingungen näher gebracht bekommen. Anschließend haben wir in Workshops originale Personalakten ehemaliger Häftlinge angeschaut und persönliche Briefe der Häftlinge analysiert. Die Ergebnisse haben wir dann den anderen Arbeitsgruppen vorgestellt.


 
Die deutsch-polnische Gruppe während der Andacht vor dem Mahnmal des ehemaligen KZ Stutthof

Am nächsten Tag hatten wir morgens die Möglichkeit, ehrenamtliche Arbeit auf dem ehemaligen KZ-Gelände zu verrichten. Wir haben Sträucher beschnitten und entfernt. Es war ein gutes Gefühl nach den vielen Eindrücken etwas „anpacken“ zu können. Am Ende waren wir alle überrascht, wie groß die Fläche war, die wir in kurzer Zeit von wilden Bäumen und Gestrüpp befreien konnten. Zum Abschluss nahmen alle noch an einer sehr emotionalen Andacht vor der Gedenkstätte des Konzentrationslagers teil. Einige von uns nutzten die Gelegenheit, um ihre Gedanken mitzuteilen. Die Andacht endete damit, dass wir jeder eine Rose vor dem Mahnmal ablegten.

Als starkes Kontrastprogramm und zur Auflockerung der gedrückten Stimmung sind wir nachmittags an die polnische Ostsee gefahren. Nach einer kurzen Freizeit konnten wir alle noch einmal reflektieren, welche Erfahrungen wir aus dem Projekt gezogen haben.

 


Die deutsch-polnische Gruppe während einer Reflexionsphase an der polnischen Ostsee

Um noch einmal einen Abend ohne Lehrer oder jegliche Aufsichtspersonen genießen zu können, haben wir uns mit allen polnischen und deutschen Schülern in einer Bar in der Altstadt von Danzig getroffen, um sich ausgelassen über verschiedenste Themen zu unterhalten.
An dem Tag der Abreise ist schlussendlich auch der Film fertig geworden, welcher bei allen Beteiligten für große Begeisterung gesorgt hat. Somit war das Projekt ein voller Erfolg und ein tolles Erlebnis, welches sich noch lange im Gedächtnis jedes Einzelnen, der an dem Projekt teilgenommen hat, befinden wird.
Ein großer Dank geht an dieser Stelle auch an den Landkreis Oldenburg, der uns ebenfalls finanziell unterstützt hat.
Verfasst von Nathalie Gieselmann (BGW 13B) und Moritz Meyer

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